Die Natur im Nationalpark Færder ist fast einzigartig auf der Welt und umfasst Uferfelsen, Inseln und Schären mit geschützten Lichtungen und Schluchten, in denen wärmeliebende Pflanzen und Bäume wachsen können. Das Gebiet besitzt eine sehr vielfältige Flora und Fauna. Hier leben Pflanzen und Insekten, die man anderswo im Land kaum findet.

Es war die Natur selbst, die dieses Paradies geschaffen hat, aber auch der Mensch hat es über die Jahrtausende aktiv mit geformt. Überall findet man Spuren von Bewohnern, Fischern, einfacher Landwirtschaft, Seefahrt und Schiffshavarien, Krieg und Landflucht.

Die Landschaft

Die Landschaft des Schärengartens wurde in den vergangenen 2,5 Millionen Jahren von mindestens 40 Eiszeiten geformt. Auf seinem Weg nach Süden hat das Eis die Berge abgeschliffen, Rillen eingefräst und die charakteristischen „Walbuckel“ mit ihren schwachen Rundungen Richtung Norden geschaffen. Auch andere geologische Phänomene sind hier reichlich vertreten, etwa Uferfelsen, Sichelbrüche, Moränen und Gletschermühlen. Im Norden von Sandø gibt es ein ausgedehntes Flugsandgebiet und auf der Südwestseite von Kløvningen eine riesige Gletschermühle.

Foto: Erik Bleken

Das Meer

Der größte Teil des Nationalparks Færder besteht aus Meer und Meeresgrund. Dort finden wir eine abwechslungsreiche Landschaft mit einer großen Vielfalt an marinen Naturtypen vor: Tangwälder, Weichgrundgebiete, Muschelsand und Seegraswiesen. Sie alle sind wichtig und eine Voraussetzung für die artenreiche Flora und Fauna des Nationalparks.

Foto: Marcus Wernicke

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Der Meeresgrund

Der Meeresgrund im Nationalpark ist sehr abwechslungsreich und reicht von Flachwassergebieten im Schärengarten bis zu Tiefwasser in größerer Entfernung vom Land. In den flachen Gebieten stellen ausgedehnte Tangwälder und üppige Seegraswiesen wichtige Kinderstuben für Fische und andere Kleintiere dar. In der Tiefe finden wir interessante Landschaften mit großen Felsspalten und flachen Weichgrundgebieten vor. Diese Variationsbreite bildet die Grundlage für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Foto: Havforskningsinstituttet

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Tiere im Meer

Zu den mehr sporadischen Besuchern des Nationalparks gehören sowohl Buckel- und Finnwale als auch Tümmler und Orcas (Schwertwal). Durch die in den letzten Jahren gestiegene Wassertemperatur ist auch der Pottwal ein häufiger Gast geworden. Die kleineren besuchenden Walarten sind Zwergwale und verschiedene Delphinarten.

Im Gegensatz zu den Walen ist die Robbe zu einem ”Ansässigen” geworden. Bei ruhiger See kann man im Nationalpark bis zu 200 Seehunde beobachten, an Orten wie Hoftøya, bei Tjømebåen und auf Selskjærene außerhalb von Hvasser.

Foto: Jørgen Kirsebom

Tiere an Land

Auf vielen Inseln, besonders auf den größeren, gibt es eine reiche Tierwelt. Rehe, Hasen, Füchse, Dachse, Eichhörnchen und viele Kleinnager fühlen sich hier wohl. Ab und zu kommen auch Elche zu Besuch, entweder schwimmend oder im Winter über das Eis. Ein großes Problem stellen Wildnerze dar, die während der Brutzeit in großem Stil Eier und Jungvögel erbeuten. Ein zielgerichtetes Abschussprogramm unter der Regie der staatlichen Naturschutzaufsicht (SNO) sorgt dafür, dass der Bestand unter Kontrolle gehalten wird.

Foto: Daniel Ahlquist

Vögel

Im Nationalpark liegen mehrere wichtige Seevogelbrutgebiete. Deshalb gibt es während der Brutzeit vom 15.4. bis 15.7. ein generelles Betretungsverbot auf vielen kleineren Inseln und Felsen. Es umfasst die kleinen Inseln zwischen Store Færder und Færder, aber auch eine Reihe von Inseln rund um die Bolærne-Inseln sowie Lindholmen, Skrøslingen und Leistein.

Foto: Roy Fjelldal

Pflanzen

Der Nationalpark Færder ist ein biologischer Hotspot mit insgesamt 324 registrierten Arten auf der Roten Liste. Man findet hier Kammwachtelweizen, Gelben Hornmohn, Ufersegge und Erdbeerklee. Die Westbucht auf Vestre Bustein ist der einzige bekannte Ort im Land, wo Sandlieschgras wächst. Auch viele Arten von Pilzen und Algen finden gute Lebensbedingungen im Nationalpark.

Foto: Bjørn Strandli

Insekten

Auch die Insektenwelt ist umfangreich und vielfältig. Allein auf Østre Bolæren wurden 907 Schmetterlingsarten registriert. Einige von ihnen stehen auf der Roten Liste, unter anderem die stark bedrohten Arten Eupithecia ochridata und Wegerich-Scheckenfalter. Seltene Spinnentiere leben ebenfalls im Nationalpark, zum Beispiel auf Sandø, wo unter anderem die Haplodrassus minor nachgewiesen wurde, die unter dem besonderen Schutz der Gemeinde Tjøme steht.

Foto: Erik Bleken

Geologie

Im Schärengarten gibt es zwei Hauptgesteinstypen. Ganz im Norden zeichnen sich Fjærskjær, Ormøy und Tørfest dadurch aus, dass das Grundgestein aus Rhombenporphyrlava in fast waagerechten Schichten besteht. Im übrigen Nationalpark herrschen beim Grundgestein verschiedene Varianten von Larvikit vor, die vor ca. 298 Millionen Jahren entstanden. Die rotbraune Variante Tønsbergit findet man bei Langskjærene sowie fast überall auf den Bolærne-Inseln und auf Ramsholmen.

Foto: Strobe Foto

Verhalten Im Nationalpark

Willkommen als Gast in der Natur des Nationalparks. Zusammen müssen wir für das Einhalten der Werte des Nationalparks sorgen.
Eine Auflistung einiger einfacher Verhaltensregeln im Schutzgebiet.

Foto: OF

Verhaltensregeln im Schutzgebiet