Naturschutz


Nationalparks werden eingerichtet, um ausgedehnte Naturgebiete vom Meer bis in die Berge zu schützen. Der Nationalpark Færder ist einer der reichsten Lebensräume in Norwegens Natur.

Der Park schützt die Natur im Meer, auf dem Meeresgrund, an Stränden und in Landgebieten. Die Natur ist ein fein abgestimmter Mechanismus, wo alles Leben miteinander in Verbindung steht. Wenn wir die Pflanzen- und Tierwelt schützen wollen, müssen wir ihre Lebensräume erhalten.

Zum Beispiel sind viele Insekten auf bestimmte Blütenpflanzen angewiesen, um Nahrung und geeigneten Lebensbedingungen zu finden, während die Blumen die Insekten brauchen, um sich zu vermehren. Fischnachwuchs braucht Flachwassergebiete mit Seegras und Tang, um Nahrung zu finden und sich vor großen Fischen verstecken zu können. Der Nationalpark solle besondere Lebensräume und alles, was dort wächst und lebt, schützen.

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Photo: Erik Bleken

Meer und Schärengarten

Der größte Teil des Nationalparks Færder besteht aus Meer und Meeresgrund. Dort finden wir eine abwechslungsreiche Landschaft mit einer großen Vielfalt an marinen Naturtypen vor, wie Tangwald, Weichgrundgebiete, Muschelsand, Seegraswiesen und Tiefengebiete. Sie alle sind wichtige Naturtypen und eine Voraussetzung für die vielfältige Flora und Fauna des Nationalparks.

Auf die gleiche Weise, auf die wir Lebensräume an Land schützen müssen, müssen wir auch das Meer und den Meeresgrund schützen. Die marinen Flachwassergebiete sind empfindlich. Der Eintrag von Stickstoff, Phosphor und Bodenpartikeln ist zu groß. Die wichtigen Seegraswiesen sind durch trübes Wasser und zu großes Algenwachstum bedroht. Mariner Müll ist zu einem großen Problem geworden, im Meer ebenso wie an den Küsten. Die Einrichtung von marinen Nationalparks wie Færder und Ytre Hvaler ist ein wichtiges Signal dafür, dass wir auch die Natur im Meer schützen müssen.

Bilde av en død fulg, som har spist marint søppel
Photo: Chris Jordan

Kulturlandschaft

Der Nationalpark Færder ist eine Kulturlandschaft, die geschaffen wurde, indem die Menschen über Jahrhunderte in und von der Natur gelebt haben. Das unterscheidet dieses Gebiet von vielen anderen norwegischen Nationalparks, die eher Wildnisgebiete umfassen. Im Nationalpark Færder finden wir Grabhügel aus der Bronzezeit, Gebäudereste, Steinwälle, Pfade, Schiffswracks, Verteidigungsanlagen und Zeugnisse aus dem Krieg.

Viele der hier wachsenden Pflanzen fühlen sich in Gebieten am wohlsten, die durch menschliche Aktivitäten geprägt sind. Heuwiesen mit einer artenreichen Blumenflora sind hierfür ein Beispiel. Andere Naturtypen, die sich ebenfalls in der Kulturlandschaft finden, sind Strandwiesen, Gartenland, Edellaubwald und Naturweiden.

Wenn die Natur ungestört wachsen kann und kein Vieh mehr weidet, verschwinden einige Naturtypen und mit ihnen die dort lebenden Arten. Kulturlandschaft muss gepflegt werden. Diese Arbeit wird von Grundeigentümern, Behörden, Interessenorganisationen und Freiwilligen verrichtet. Weidendes Vieh ist ein wesentliches Element der Pflege, deshalb weiden an mehreren Stellen im Nationalpark Schafe und Kühe.

Der Nationalpark Færder ist eine von 22 ausgewählten Kulturlandschaften in Norwegen. Diese Gebiete gelten als besonders wertvoll, und für ihre Pflege und Restaurierung werden Zuschüsse gewährt.

Ausgewählte Kulturlandschaften
Bilde av kulturlandskap på Mellom Bolern
Photo: Jørgen Kirsebom

Seltene Arten

Die Region rund um den Oslofjord ist die artenreichste in Norwegen, und die Küste von Vestfold nimmt darin einen Spitzenplatz ein. Hier wurden über 300 seltene oder bedrohte Pflanzen-, Insekten- und Tierarten gefunden, und noch immer werden neue Arten entdeckt. Die Inseln Sandø, Bolærne und Østre Bustein sowie die Moutmarka sind besonders wichtige Gebiete, in denen wir seltene Pflanzen wie Kammwachtelweizen, Gelben Hornmohn, Ufersegge und Erdbeerklee finden. 2016 wurde zum ersten Mal seit 100 Jahren Sandlieschgras gefunden.

Auf den Bolærne-Inseln wurden über 900 Schmetterlingsarten registriert. Mehrere von ihnen stehen auf der Roten Liste und gelten als selten oder bedroht.

Gul hornvalmue. Foto: Bjarke-Anderson
Gul hornvalmue. Foto: Bjarke Anderson

Vogelwelt

Im Nationalpark Færder dominieren Seevögel, daneben gibt es aber auch eine große Zahl von Sperlingsvögeln und seltenere Arten wie Wanderfalken und Turmfalken. Für die Zugvögel auf ihrem Frühjahrs- und Herbstzug ist das Nationalparkgebiet ein wichtiges Rastgebiet, und im Winter halten sich hier große Schwärme von Entenvögeln auf. 2016 wurde erstmals seit 136 Jahren ein brütendes Seeadlerpaar im Nationalpark registriert. Die ornithologische Station Store Færder beobachtet und beringt Vögel seit 50 Jahren. Es wurden über 270 Arten registriert.

Bilde av en gulspurv
Photo: Erik Bleken

Das Leben unter Wasser

Auch unter Wasser ist die Vielfalt groß. Gebiete mit weichem Grund sind der Aufenthaltsort von Garnelen, Meereskrebsen, Borstenwürmern, Seesternen, Nessel- und Weichtieren. Das flachere Wasser bietet Fischen, Krabben, Muscheln, Algen und Seeanemonen Schutz. Verschiedene Fischarten, Hummer und Meereskrebse leben in größeren Tiefen.

In den letzten 15 Jahren sind mehrere Fischarten, darunter der Küstendorsch, zurückgekehrt. Dafür kann es mehrere Ursachen geben. Zurzeit laufen Maßnahmen, um den Bestand an Küstendorsch und Hummer zu vergrößern.

Bilde av en torsk under vann
Photo: Havforskningsinstituttet

Säugetiere

Im Außenbereich des Schärengartens können wir oft Seehunde beobachten. Auf vielen Inseln leben Rehe, Hasen, Dachse und Füchse. In einigen Gebieten kommen zeitweise Elche vor.

rådyr - Photo: Roy Fjelldal
Photo: Roy Fjelldal